Ahnengeister

Die Fäden des Nähers

Spider stairs


Wir werden Raka nicht verloren geben! Wir rüsten uns notdürftig und dringen hinter den Kadaverspinnen in die Festung ein. Jäh unterbricht ein Abgrund den Gang, 5 Schritt trennen uns von der anderen Seite. Ein dickes, klebriges Spinnennetz spannt sich darüber. Auf Djashus Geheiß hin nimmt Akama die getrocknete Vogelspinne in den Mund; an diesem Ort verursacht das noch mehr Ekel als ohnehin. Doch damit geht es leichter. So überwinden wir den Graben.


Jetzt weiß ich wenigstens warum du immer schaust wie ein Zwerg ohne Gold, wenns ans Klettern geht.
Acama


Dahinter ein rießiges Fallgitter. Der Rost hat an ihm gefressen und Djashu hilft noch weiter nach, bis Akama zwei Gitterstücke heraus brechen kann. Ein eisenbeschlagenes Tor verwehrt uns den Durchgang, doch Akama lässt sich dadurch nicht aufhalten. Mit einem seiner Bolzen gelingt es ihm, den Riegel auf der anderen Seite zu öffnen. Wir sind drin! Doch welches Grauen erwartet uns?


Eine alte, große Halle mit 4 Türen. Zerfressene Felle an den Wänden, Tierköpfe über dem Kamin. Überall Spinnenspuren. Aber Akama findet auch eine Schleifspur. Raka? Wir durchlaufen Kammern mit toten und halbtoten Spinnen. In Töpfen und Flaschen, Käfigen und an Ketten gefesselt. Die Schleifspur führt zu einem Wandteppich. Dahinter eine Tür und Treppe, die nach Oben führt.


Knarzend setzen wir vorsichtig einen Fuß vor den anderen. Wir erinnern uns an die Falle im Mauerturm, die Raka verletzte. Und tatsächlich: Eine Stufe wurde von den Spinnen nicht betreten, wir meiden sie. Die Wendeltreppe führt hoch hinauf und endet kurz oberhalb einer einfachen Holztür. Unter dem Türspalt dringt Licht hervor. Gedämpfte Stimmen sind zu hören. Akama versucht kurz zu lauschen, dann entschließen wir uns für ein schnelles Eingreifen.


Wir stolpern mitten in das Laboratorium eines Verrückten. Ein runder Raum mit hoher Decke. Zwei Kadaverspinnen fahren zu uns herum und greifen an. Es ist der untote Zwerg und T’skrang, die Raka entführten. IN einem gewaltigen Netz an der Wand hängt Raka, offenbar bewusstlos. Neben ihr steht ein großer älterer Mensch mit freundlichem Gesicht. Er lächelt uns an, freut sich uns zu sehen. Was hat er sich zu freuen? Welch perverses Vergnügen empfindet er? Wir brauchen einige Augenblicke, um das Grauen überhaupt zu erfassen: Auf einem Tisch festgeschnallt windet sich zuckend eine große Spinne. Ihr Leib ist aufgeschnitten, Fäden und bemalter Stoff klaffen aus der Wunde. Der Mensch mit dem Spinnenmantel hat eine gewaltige Schere, wie sie in Gasthäusern zum Zerschneiden von Knochen verwendet wird. Er will Raka in Stücke schneiden und ihren Oberkörper auf die Spinne nähen!


Wir drängen mit allem, was wir haben, auf die Monstren ein. Unbewusst lenken wir unsere Angriffe zunächst gegen die Kadaverspinnen; keiner traut sich, den Näher anzugreifen. Die Untoten setzen uns ihre Zauber entgegen. Der Alte bereitet einen mächtigen Zauber vor, enorme Kraft webt er in seine Fäden. Dann spricht er den furchtbaren Zauber auf Djashu: Wie Blätter im Herbst fallen Hautstreifen von ihrem Körper, schälen sie wie eine Zwiebel. Blut strömt über ihr Gesicht und unter ihrer Rüstung hervor, sie schreit vor unerträglichen Schmerzen.


Das weckt Raka auf. Sie zerrt am Netz, das sie bindet. Mit schmerzverkrümmten Gliedern zückt Djashu ihren Dolch und zerschneidet einige Fäden des Netzes. Raka bäumt sich mit aller Kraft auf, das Netz reißt, sie ist frei. Unterdessen feuert Akama Pfeil um Pfeil auf die Konstrukte ab. Er weiß nun, wo sie am ehesten zu verletzen sind. Seine Beharrlichkeit bringt ihn ans Ziel: Der T’skrang fällt unter seinen Pfeilen.


Djashu wirkt den Zauber des tollwütigen Warzenschweins auf Raka. Brachial prescht sie auf den untoten Zwergen los, ergreift ihn mit ihren Krallen und reißt ihm den Kopf von den Schultern. Der Näher zieht sich auf seinen Spinnenbeinen Richtung Decke zurück. Zu weit oben, um ihn direkt zu erreichen. Von dort aus spricht er einen weiteren Zauber, der die namenlose Kälte wie scharfe Nadelstiche in die Körper von Akama und Raka treibt.


Akama lenkt seinen Pfeil auf den Näher. Djashu sinkt blutüberströmt auf die Knie, doch mit letzter Kraft richtet sie den Bernsteinkeil auf den Näher und spricht den Zauber des Sonnenseelenblitzes. Der Strahl gleisender Macht trifft den Näher frontal. Er stürzt von der Wand und schlägt auf den Boden. Sein Leib strafft sich, er reißt den Mund weit auf. Aus seinem Schlund entfährt schwarzer Rauch, so dick wie ein Schwarm Schmeißfliegen. Daraus formt sich eine Gestalt. Mit den Händen öffnet sie einen Spalt in die Anderswelt. Sie blickt sich noch einmal um, schaut uns direkt in die Augen. Einen letzten Zauber wirft sie uns entgegen. Akama und Raka winden sich unter den SChmerzen abplatzender Haut. Schwer verletzt überleben sie.


Wir brauchen lange, um uns überhaupt wieder rühren zu können. Raka versorgt bestmöglich unsere Wunden. Furchtbare Narben werden zurück bleiben. Viele Tage sind wir an das schreckliche Gemäuer gefesselt, so dass es uns merkwürdig vertraut wird. Wir durchsuchen den angrenzenden Lagerraum, finden alte Schrifttafeln, die Djashu studiert. Altthroalisch, vermutlich sind wir wirklich in den Ausläufern dieses unterirdischen Königreichs der Zwerge gelandet. Akama findet ein Buch, das der Zahn der Zeit noch nicht unlesbar gemacht hat. Altthroalische Notizen mit neueren Zauberzeichen gemischt. Dies war ein Außenposten des Zwergenkönigreichs. Sie trieben Handel mit den sogenannten Bleichen, es kam aber auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Nicht weit von hier muss ein Treffpunkt gewesen sein. Wir nehmen die Leuchtkristalle an uns. Raka bereitet den gequälten Spinnen ein Ende und befreit die gefesselte Spinne im Erdgeschoss. Seitdem weicht sie ihr nicht mehr von der Seite. Mit Widerwillen packen wir auch den Spinnenmantel des Nähers ein. Er hat magische Kraft. Vielleicht hilft er uns bei den Bleichen.


Sewer
Wir glauben, dass die Abwässerkanäle der Stadt einen Zugang zu den Bleichen ermöglichen könnten. Alles Wasser fließt zum Fluss, so auch das Abwasser. Wir finden einen Zugang im Keller der Burg und waten durch eiskaltes Wasser. Beim Versuch, einen Brunnenschacht zu erklimmen, stürzt Akama ab und der Gang hinter uns wird verschüttet. So bleibt uns nur noch der Bachlauf. Er führt uns bis zu einem massiven Gitter. Schutzzeichen und Fetische sind am Gitter verankert, um dem unaussprechlichen Grauen keinen Zugang in die Räume dahinter zu gewähren. Damit ist aber auch uns der Weg versperrt.


Djashu versucht die Fetische zu entschlüsseln. Faden für Faden löst sie auf. Doch beim letzten Faden des Feuer-Fetischs löst sie den Zauber aus. Eine gewaltige Feuerwalze brandet durch den Kanal und versengt Djashu. Die anderen hatten sich glücklicherweise weit genug zurück gezogen, um verschont zu bleiben. Ist nun der Weg frei? Eine Schreckensmaske hängt noch am Gitter. Djashu ist fest entschlossen, sich diesen Fetisch anzueignen und damit den Zauber zu brechen.

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Bartimaeus

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