Ahnengeister

Kinder des Buches

Wir sind die Gefangenen des Buches. Sie sind seine Kinder.

Die Faszination für das geschriebene Wort begegnete mir zum ersten Mal in Throal. Die Zwerge halten dort alles fest, was sie nicht vergessen wollen. Doch dadurch vergessen sie umso leichter all das, was sich nicht aufschreiben lässt. Doch heute mussten wir lernen, dass nicht nur einst lebendige Gedanken in Büchern gefangen gehalten werden.

Ein ganzes Tal zwischen zwei Buchdeckeln. Kalt wie die Schrift ist auch das Tal. Aber die Namensgeber darin sind voller Wärme. Das wurde schon am Abend im Dorfhaus klar, als man uns freundlich willkommen hieß. Und wir sahen das warme Blut draußen im Schnee.

Der dunkle Mond ist für sie das Zeichen einer tieferen Dunkelheit. Vor dieser müssen sie sich verstecken wie wir vor den Schatten. Ich weiß nicht, welches Leben sie außerhalb dieser dunklen Tage leben. Weinberge, Obsthaine und weite Felder deuten auf ein gutes Leben hin. Sie haben sich an die Dunkelheit und das Böse, das ihm folgt, gewöhnt. Und dennoch erhoffen sie sich Befreiung von ihr. Sie erzählen Geschichten von einem Ritter, der einst kam, um die Dunkelheit zu bekämpfen. Er war erfolglos und ist nur noch eine Erinnerung.

Wir fanden den Besitzer des Wohnturms, den Jaspree Questor Svelo. Es war sein Buch, das uns hierher gebracht hat. Er war auf der Flucht vor Eindringlingen und wir folgten ihm aus Unwissenheit und Neugier. Unwissenheit und Neugier waren es auch, die das Übel über unseren Stamm brachten. Und wir waren ihr Werkzeug.

In alten Ruinen, in denen die einstigen Bewohnern ihren Göttern und Geistern huldigten, fanden wir einige Gegenstände dieser Huldigung: Kerzenleuchter, Ketten und Kelche. Sie stellten eine Verbindung zur Vergangenheit dar, die ich mit dem Staub des Vergessenen stärkte. Wir alle hatten Visionen, die uns die Geschichte des Ortes näher brachten. Doch es waren nur Versatzstücke dieser Geschichte, Szenen eines Lebens, das uns völlig unvertraut blieb.

In einer feierlichen Zeremonie wurden neun Kämpfer ausgezeichnet. Sie wurden mit Ketten behängt und von den anderen gesegnet. Es sah so aus, als würden sie zu einer großen Schlacht ausziehen. Acama sah anderes: eine Verführung auf dem Altarstein. Einen Mord. Ein Opfer. Rakas Erzählung konnte ich nicht folgen, zu wirr waren noch meine eigenen Gedanken.

Es bleibt uns nicht mehr viel Zeit. Heute brechen wir zu den alten Türmen auf, die das Land überragen und hoffen, dort mehr über den Ursprung des Übels zu finden. Svelo und Haselchen bringen wir ins Dorf zurück. Ob uns die Dörfler noch einmal in ihre Nähe lassen, ist fraglich.

Wir müssen zurück in unsere Welt. Und doch ist dies wohl Teil unseres Schicksals. Wir fühlen vielleicht gerade so, wie unsere Brüder und Schwestern, die ebenfalls in einer anderen Welt gefangen sind. Halb Traum, halb Wirklichkeit. Vielleicht hat meine Lehrmeisterin recht und unser Dasein ist nichts anderes als ein Traum. Wenn wir erwachen sterben wir.

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Acamas Briefe III - Der Weg der Orks

Mein Freund Drethak,

es wird dich wundern, dass ich dich hier als meinen Freund bezeichne, standen wir uns doch schon immer mehr als Konkurrenten denn als Freunde gegenüber. Konkurrenten um Ruhm, um Ehre und natürlich um Frauen. So oft standen wir uns gegenüber, so oft haben wir die Fäuste fliegen lassen und übereinander gelästert und geschimpft. Doch ich muss zugeben, dass ich nun unsere Wettkämpfe und Scharmützel vermisse. Nie hatte ich einen besseren Konkurrenten als dich. Früher hätte ich mich gehütet es zuzugeben, doch heute fällt es mir leichter zu sagen, dass ich dich meist nur durch schiere Willenskraft und Wagemut besiegen konnte. Ich konnte mir keine Kraft sparen, kein Hintertürchen offen halten und musste es angehen wie ein wahrer Ork: Direkt.

Heute hüte ich mich davor Dinge einfach anzugehen und ich vermisse wie nichts sonst die Unbekümmertheit unserer Kämpfe. Ich denke mit Freuden zurück und die Sorgen von damals erscheinen mir so leicht. Was konnte damals schon passieren? Seit wir bei unserer Wacht versagten lastet die große Bürde, dass euer aller Schicksal von uns abhängt schwer auf meinen Schultern und ich habe mir seit dem vorgenommen, niemals mehr so unbesonnen vorzugehen und so viel zu riskieren.

Djashu verhält sich in den letzten Tagen mehr wie ein Ork als ich selbst und ich bin sogar versucht, ihr mal richtig die Meinung zu sagen. Ihre dummen, spontanen, riskanten Taten bringen uns und damit euch alle in Gefahr. Wenn wir einen Fehler begehen müssen nicht nur wir selbst dafür büßen. Letzte Nacht hat sie einfach das Haus von Mossa verlassen, um einer Spur von jemand oder etwas zu folgen, dass sie nicht einmal gesehen hat. Raka und ich mussten ihr folgen, um sie nicht allein zu lassen. Die Bewohner des Dorfes hatten uns davor gewarnt in der Zeit des schwarzen Mondes nachts das Haus zu verlassen und wir hatten noch nicht herausgefunden warum genau. Ich muss feststellen, dass ich mich noch immer ärgere, wenn ich darüber nachdenke. Dort draußen hätte alles sein können. Doch wen fanden wir? Svelo, den Jaspreequestor, durch dessen Buch wir erst hier gelandet sind.

Er hatte sich in der Brauerei außerhalb versteckt, da er fürchtete, wir seien die Brenner, die seinen Turm angegriffen hatten. Doch er hatte riskiert des Nachts zum Dorf zu kommen, da er und wir uns in einer ziemlich bösen Lage befinden. Wir sind nun tatsächlich ein Teil des Buches und müssen seine Geschichte zu einem guten Ende führen, denn sonst werden wir vergehen wie die Geschichte des Buchs. Was das heißt wissen wir nicht, doch wir vermuten, dass wir das Böse besiegen müssen, das während dem schwarzen Mond umgeht.

Schon am nächsten Morgen mussten wir feststellen, dass der schwarze Mond ein neues Opfer gefunden hatte. Haselchen, der sich erst gestern Abend noch so nett mit Djashu unterhalten hatte, war verschwunden. Zum Glück ist Raka so eine gute Spurenleserin. Sie fand Haselchens Spur noch rechtzeitig. Seine Kehle war aufgerissen worden, er war steifgefroren und blutleer, doch er lebte. Der große Troll trug ihn zurück, denn Svelo sagte er könnte ihn noch retten. Wieder zögerte ich, denn diese eisige Nacht konnte der Junge draußen nicht überleben. Was, wenn das dunkle Wesen draußen ihn berührt hatte und er nun etwas anderes war wie es die anderen Dorfbewohner sagten? Ich bat Djashu zu schauen, ob sie mehr sah als wir, schließlich hat sie das schon oft. Ich glaube nicht, dass sie das gemacht hat und doch traf sie mal wieder einfach eine Entscheidung. Mit ihrer Magie setzte sie durch, dass wir den Jungen mitnehmen konnten, doch die Situation eskalierte und nun sind beinahe alle im Dorf gegen uns. Sie denken, dass wir Diener des dunklen Wesens sind. Wir haben Haselchen mitgenommen und versuchen ihn zusammen mit Svelo zu retten.

Am Ende bin ich froh den Jungen mitgenommen zu haben, auch wenn wir jetzt das Dorf gegen uns haben. Wer wären wir, wenn wir es nicht wenigstens versuchen würden? Durch mein Zögern wäre vielleicht alles zu spät gewesen. Wir hätten weder den Junge retten können noch hätten wir Svelo so schnell gefunden. Wir hätten sehrviel weniger Zeit gehabt als wir es nun haben, um die Aufgabe des Buchs zu lösen. Ich habe das Gefühl ich sollte unserem orkischen Sinn wieder etwas mehr vertrauen schenken, die Dinge einfach anzugehen.

Dazu brauche ich wieder etwas mehr Unbekümmertheit und den Willen mich der Stärke von anderen zu stellen auf das sie mich selbst auch stärker macht. So will ich den Dingen entgegen sehen und und so will ich zurückblicken auf unsere Kämpfe. Mein Freund, das was du mir gegeben hast und nun durch die Erinnerung wieder zum Leben erweckst, ist die Kraft und den Willen das zu tun was nötig ist. Nicht mehr nur in der Schuld zu versinken, sondern diese mit mir zu tragen und mich ihrer anzunehmen.

Acama

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Acamas Briefe II - Vom Weg abgekommen

Meine Brüder und Schwestern,

ich würde euch gerne berichten, dass wir dem Ziel, ein Stück reine elementare Luft zu bekommen, schon sehr nahe sind. Leider ist genau das Gegenteil der Fall. Eigentlich lief alles recht gut. Ohne größere Probleme fanden wir aus den Nebelsümpfen heraus und stießen bald auf den „Heulenden Warg“, ein Gasthaus, in dem wir seit langer Zeit endlich mal wieder gut schlafen, essen und trinken konnten. Der Wirt konnte uns sogar den Weg in Richtung Throal weisen, wo wir uns Hilfe wegen des letzten Elementarteilchens erhoffen. Als Dank wollten wir ihm nur einen kleinen Gefallen tun, wer konnte ahnen in welch ein Schlamassel wir da mal wieder reingeraten.

Direkt auf unserem Weg lag das Haus eines Jaspree-Questors, der noch ein Päckchen vom Wirt erwartete. Da der Wirt uns den Questor als weisen Mann beschrieb, hatte ich gehofft, dass er uns wegen Rakas Zeichnung durch den Diener der Rachepassion weiterhelfen könnte. Nur leider schien er selbst mehr auf unsere Hilfe angewesen zu sein wie andersherum, denn sein Turm war verwüstet. Jemand hatte ihn aufgebrochen, und die meisten seiner Tiere getötet. Nur ein kleiner halb verhungerter Falke schien überlebt zu haben. Mal wieder eine Aufgabe für Raka, als ob sie nicht schon genug Tiere hätte. Der Questor war ebenso verschwunden wie die Plünderer. Da ganze schien schon eine Weile her zu sein, daher wollten wir nur noch eben sehen was sich machen lässt, bevor wir weiter mussten. Aber nein, ich musste ja dieses Buch finden und es Djashu geben.

Von einem Moment auf den anderen war Djashu verschwunden, so wie bald auch Raka und ich. Eingesogen von der seltsamen Magie des Buches sind wir nun in Mitten einer eisigen Gebirgsgegend. Passend, da das Buch den Titel hatte: Geschichten aus dem Eiswindtal. Ich frage mich warum uns das immer passieren muss. Dieses vermaledeite Buch zu finden und nun nicht zu wissen, ob wir noch in Barsaive oder eher der neue Teil einer Geschichte in einem Buch sind, erinnert mich viel zu sehr an diesen Maskenball des Todes. Aber wie auch da, werden wir auch diesmal einen Weg finden zurück zu kehren und mit etwas Glück sind diese Berge ja vielleicht sogar die Berge über Throal.

Doch jetzt müssen wir erst einmal die Kälte überleben. Wir hocken hier in einer kleinen gemauerten Hütte unter der Schneedecke und frieren. Nur Djashu scheint es mit diesem Mantel des Nähers gut getroffen zu haben. Auch wenn mir bei dem Gedanken, den Mantel zu tragen, die Nackenhaare aufstellen, muss ich zugeben, dass er doch ziemlich warm zu sein scheint. Normalerweise wäre Djashu die erste, die sich wegen der Kälte beschwert. So kann sie uns über ihre Zauber ab und zu etwas Wärme abgeben und die Kälte für einige Zeit erträglicher machen. Aber auch das wird uns nicht helfen. Finden wir keinen besseren Unterschlupf, oder genug Holz für ein wärmendes Feuer, dann werden wir hier nicht lange überleben.

Nie habe ich die prasselnden Feuer und die Wärme der vielen Orks in unseren Zelten mehr vermisst. Diese Gedanken helfen mir, dass hier alles durchzustehen. Ich hoffe ihr haltet durch dort wo ihr seid genau wie wir hier, denn schon bald werden wir wieder zu euch stoßen. Sobald wir herausgefunden haben, wo bei den Passionen wir hier sind.

Acama

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Acamas Briefe I - Triumph und Verderben

Meine Brüder und Schwestern,

es mag sonderbar erscheinen, dass ich auf diese Weise schriftlich Kontakt zu euch aufnehme. Ich selber erkenne in mir kaum den wieder, der in seinem jugendlichen Übermut die Wache beim Fest der Ahnen übernahm. Das Schreiben ist mir seit dieser Zeit immer vertrauter geworden und ich entdeckte die Möglichkeit mir in Ruhe Gedanken zu den Dingen zu machen, die ich sonst einfach herausbrüllte. Mein Übermut und meine unbedachten Taten uns alle erst in diese schlimme Lage gebracht. Nun versuche ich neue Wege zu finden, denn ich empfinde seitdem nichts als Demut.

In diesen Tagen liegen Triumph und Versagen so dicht beieinander wie nie zuvor. Wir haben die Stadt aus Feuer betreten, haben dem Diener des Todes getrotzt und sind mitten durch die finsteren Kreaturen bis hin zum Tempel des Floranus gelangt. Nun halten wir das reine elementare Feuer in unseren Händen. Mit dem Holz, der Erde, dem Wasser und nun auch dem Feuer sind wir in kurzer Zeit weiter gekommen, als wir je zu hoffen gewagt hatten und in mir regt sich Hoffnung, euch alle bald wieder zu sehen.

Getragen von den Winden von Floranus segelten wir hinaus, weit über die Nebel der Sümpfe und landeten noch immer beschwingt mitten in der Undurchdringbaren Nebelsuppe. Doch wir waren noch immer guter Dinge und so machten wir uns auch keine Sorgen als wir Stimmen hörten. Ganz in unserer Nähe watete eine Gruppe Tskrang durch den Sumpf. Sie hatten uns nicht bemerkt, doch wirbegriffen sehr bald, wer diese Tskrang waren. Es waren die Piraten, die uns als Sklaven verkaufen wollten und uns zuvor all unsere Hoffnung genommen hatten. Nun sollten sie sehen, dass wir Orks keinen Spaß verstehen, will man uns unsere Freiheit nehmen.

Welch großer Fehler, uns direkt in seine Arme zu begeben! Wir lebten unsere Rache aus. Auch wenn die Tskrang tapfer kämpften, mit unserem Verbündeten ließen wir keinen entkommen. Es war der Schatten dessen, der euch und uns alle ins Verderben riss, der uns in diesem Moment half. Wir gaben uns der Rache hin und die Rache ist sein Element. Er zeichnete Raka und wie ich fürchte uns alle und sagte, dass wir sehr bald wieder an seiner Seite kämpfen würden.

„Niemals!“ würde ich sagen, doch ich spüre seit diesem Tag eine Wut in mir, die ich kaum unterdrücken kann. Unser großer Triumph wurde zu einer großen Niederlage und ich fürchte, dass all die Wut, die wir ständig spüren uns sehr bald zum Verhängnis werden wird, wenn wir nicht lernen uns von dem Fluch des Racheschattens zu befreien.

Ich werde darum kämpfen, den Schatten der Rache abzuschütteln, und alles versuchen, niemals wieder etwas zwischen uns kommen zu lassen. Keine Kreatur, keinen Dämon und auch nicht den Schatten eines rachelüsternen Orks. Bald schon werden wir wieder beisammen sitzen und diese dunklen Tage werden nichts weiter sein als alte Geschichten.

Acama

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Feuerfische
Feuer Skavia Tempel Floranuus

Wir irren in Skavia umher. Eine riesige Stadt, vom Feuer beherrscht. Verwaist, aber dennoch nicht vollkommen verlassen. Wir spüren deutlich, dass hier noch andere sind. Keine Namensgeber, das ist gewiss.

Acama sucht nach einem geeigneten Nachtlager, dass wir schließlich in einem alten Theater finden. Ganz ähnlich der Arena, in der wir gegen den eisernen Koloss und Herr des Maskenspiels antreten mussten. Räume voller Tonröhren, deren Sinn uns zunächst verschlossen bleibt. Acama findet Reste von Schriftrollen, nur noch Asche ist übrig geblieben.

Djashu und Raka werden von schlimmen Alpträumen geplagt. Gestalten, die uns in die Tiefe reißen wollen. Wir kommen nicht zur Ruhe, statt erholsamen Schlaf, sind wir am nächsten Tag noch ausgezehrter.

Wir fliehen aus der Stadt, die uns sonst den sicheren Tod zu bringen droht. Djashu beschwört den Steinernen Mann herbei, der uns gerade so über die Lava hilft, bevor er selbst darin vergeht.
Zurück im Nebelmoor; es ist schwül und diesig, aber nichts gegen die versengende Hitze der Lava. Acama ist noch am besten bei Kräften, während wir ausharren, macht er sich auf die Suche nach Essbarem. Hoffentlich findet er etwas …

Er kehrt mit einem erlegten Wurm zurück. Man kann es essen, doch die Sehnsucht nach Quaalz und Gebratenem Fleisch unseres Stammes wird täglich größer.
Etwas ist da draußen. Zuerst wird Kricki darauf aufmerksam und alarmiert Raka. Auch Djashu kann die Präsenz wahrnehmen. Sie ist wie eine alles verschlingende Wolke, die das Umland absucht, sich dann aber wieder in Richtung Skavia wendet. Wir sind aufs Erste verschont.
Zurück nach Skavia. Unsere Arbeit ist noch nicht getan. Wieder ist es der Steinmann, der uns hinüber hilft. Wir gelangen nach endlosem Marsch wieder zum Turm. Acama versteht den Mechanismus mit den Brücken zu benutzen und so gelangen wir bis an das Tor. Dutzende Käfer und Insekten wuseln darauf umher und es ist ein Rätsel, das gelöst werden muss. Raka findet die Lösung und wir treten ein in den Turm.

Verheißungsvoll: Der Turm wurde vom Feuer verschont. Eine große Rampe führt empor. Spielzeug und Sportgeräte sind hier zu finden. Darunter Kescher und Bälle, sogar lederne Flügel, die man sich auf den Rücken spannen kann.
Über die große Hängebrücke kommen wir bei der Statue eines Gottes, es ist wohl Floranuus, an. Unsere Opfergabe ist dieses Mal der Schlüsselbund, den wir dem Henker des Königs von Throal gestohlen haben. Ein würdiges Opfer, das uns alle viel Schweiß gekostet hat.

Oh, ich bringe einiges durcheinander! Vor dem Turm werden wir von drei Kreaturen angegriffen, die nur aus Maul und Zähnen zu bestehen scheinen. Ein heftiger Kampf entbrennt. Djashu wird schwer verwundet, aber mit der Hilfe von Raka und Akama gelingt es, die Bestien nieder zu kämpfen.

Dann wieder im Turm, hinauf zur Götterstatue. Jetzt das Brandopfer. Der Schlüsselbund. Raka und Akama sind wie im Rausch. Das mag am Wein und dem weißen Pulver liegen, das Acama in einem Kristallgefäß gefunden hat. Dieses Mal sind wir besser vorbereitet, um die Feuerfische zu fangen. Die Opfergabe öffnet den Turm in Richtung Himmel. Licht und Feuer verwandelt sich zu einem gewaltigen Strudel, der um den Turm weht. Darin die Feuerfische, die wie glühende Funken tanzen. Wir alle versuchen einen davon zu erwischen. Raka gelingt es.

Wir haben die Flügel auf den Rücken geschnallt. Damit können wir den Aufwind nutzen und schweben über die Stadt hinweg raus aus Skavia. Wir überfliegen das Nebelmoor, sehen ein Gebirge im Norden auftauchen. Dann geht der Flug niedriger, wir haben wieder Boden unter den Füßen. Es ist weiterhin feucht, warum und schwül. Aber wir haben das Feuer. Wir haben den Fisch sicher in der Kristallkaraffe verstaut!

In einem Zelt, das wir aus den Lederflügeln errrichten, kauern wir uns zusammen. Erschöpft, aber glücklich ruhen wir uns aus.

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Der Maskenball des Todes

Die zerbrochene Glaskuppel und die Vision geben uns einen ersten Eindruck, wie heftig die Kämpfe gewesen sein müssen. Die Stadt des Feuers ist enorm groß, hier müssen einmal sehr viele Namensgeber gelebt haben. Wir finden einen Zugang über die großen offenstehenden Tore am Lavafluss. Im Tor stecken noch immer die Reste eines halb versenkten Schiffes mit einem Rumpf aus Stein. Es ist riskant, aber wir müssen über die Lava hinweg aufs Schiff und darüber hinein.

Erst scheint alles gut zu gehen. Akama und Raka kommen ohne Probleme über die Lava, doch Djashu hat weniger Glück. Mit einem Stück ihres Fußes landet sie in der Lava. Binnen weniger Augenblicke verbrennen ihre Zehen und sie bricht vor Schmerzen zusammen. Die Heiltränke retten ihr das Leben, doch sie wird wohl nie wieder richtig laufen können. Wir schleppen sie durch die Ruinen der Inneren Stadt und suchen einen Unterschlupf, wo Djashu sich erholen kann. Überall in diesem Bereich der Stadt liegen die Knochen von Namensgebern unter den Knochen von anderen Wesen. Hunderte, Tausende müssen hier gestorben sein.

In der Nacht hören wir scharrende Geräusche. Hier scheint noch immer etwas zu leben und was hier lebt, ist mit Sicherheit sehr Gefährlich. Wir müssen sehr vorsichtig sein, wenn wir in dieser Stadt die Quelle des Feuers finden wollen ohne dabei drauf zu gehen. Noch einen weiteren Tag geben wir Djashu, auch wenn unsere Vorräte langsam dem Ende zugehen. Zum Glück finden wir im hinteren Teil des Kellers ein großes Tongefäß mit schwarzen, in Öl eingelegten Früchten, die noch immer essbar sind.

Als es Djashu wieder etwas besser geht, machen wir uns weiter auf den Weg, doch sehr weit kommen wir nicht. In einem Haus entdeckt Raka einen silbrig glänzenden Teller, will nachschauen und ist kurz darauf verschwunden. Als wir nachschauen wollen geraten wir alle in eine mehr als seltsame Szene. Das Haus, das weige Augenblicke zuvor noch eine Ruine war, ist nun wie es einmal war und in ihm findet eine Party statt. Es ist ein Maskenball der Geister. Alle tanzen, essen, reden, doch keiner nimmt uns wahr und die Türen nach Außen können wir nicht berühren. Wir sind teil dieses seltsamen Spiels ohne jedoch selbst teilnehmen zu können.
Schließlich finden wir doch jemanden. Der Mann an der Garderobe kann mit uns sprechen, hat jedoch viel zu viel Angst. Er sagt, das ER sich hier irgendwo verstecken würde. Wir müssen ihn finden, wenn wir hier je wieder raus wollen. Jeder von uns erhält vom Garderobendiener eine Verkleidung. Djashu wird zum Windling Troubadour, Raka zu einem Blutelfen, Acama zum Troll. Nun sind wir wirklich Teil des Spiels.

Verzweifelt suchen wir nach dem „der nicht passt“. Die Zeit läuft uns langsam davon, soviel bekommen wir zu hören, doch keiner der Anwesenden will den Diener des Todes verraten, der hier all die Leute quält. Nach und nach gibt es doch kleine Hinweise der Gäste und Acama kann herausfinden, dass der „der nicht passt“ sich in den Reihen der Passionen befinden muss, die im Speisesaal schlemmen. Es rächt sich mal wieder, dass wir nur sehr wenig über die Passionen wissen. So wird es sehr schwer herauszufinden, welche der Passionen nicht passt. Dajshu stellt sich sehr geschickt an und reizt Dis bis zur Weisglut, Acama freundet sich als Troll mit Tystonius und Raggok an und auch die anderen werden unter die Lupe genommen doch wir finden ihn nicht.

Djashu hat jedoch noch eine andere Idee. So bewegend, dass es selbst Tystonius zum weinen bringt spingt der kleine Windlingtroubadour die Geschichte der drei Orks, die sich auf ihrer Reise befinden um eine unendliche Schuld zu sühnen und ihr Volk zu ihnen zurückzubringen. Die Passionen fühlen mit uns, nur eine nicht.

In dem Moment, in dem Chorrolis entdeckt wird, finden wir uns in Mitten einer Arena wieder, uns gegenüber der Diener des Todes in seiner schwarzen Rüstung und seinem riesigen Schwert. Wir kämpfen um unsere Freiheit, doch der Kampf läuft nicht gut. In unserer Not erinnern wir uns daran, was uns Jaspree riet. Bekämpft den Tod mit dem Leben. Raka ist bereits niedergegangen als Djashu und Acama ihre Waffen mit eigenem Leben benetzen und Blut darauf tropfen lassen. Ein letzer Angriff und Djashu kippt um. Mit letzter Kraft schmeist sich Acama dem Diener des Todes entgegen. Seine Axt trifft auf die schwarze Rüstung und duchbricht sie mit der Kraft des Lebens. Der Diener des Todes ist besiegt und wir finden uns wieder auf dem Boden der Ruine.

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Die Stadt des Feuers - Skavia

Wir haben ein neues Ziel: Die Stadt des Feuers. Leider wissen wir nicht, wo sie liegt, doch Djashus Vision gibt uns Anhaltspunkte. Die Menschen, die sie in der Vision sah, trugen ähnliche Kleidung, wie eine Gruppe, die wir erst gestern in Kawundschak gesehen haben. Nur können wir leider nicht zurück, zumindest nicht mit Aladre.

Wir teilen uns auf. Acama und Dajshu gehen zu den Menschen, während Raka und Aladre weiter am Fluss entlang gehen, um mehr Abstand zu eventuellen Sklavenjägern zu gewinnen. Die Skavier, wie sich die Gruppe Menschen nennen sind freundlich. Sie nehmen uns auf ihrem Schiff auf, dafür gehen wir ihnen etwas zur Hand. Ihr Schiff kommt nur langsam voran. Es ist eher wie eine Stadt auf einem Floß, das mit langen Stangen vorwärtsbewegt wird. Praktisch im Vorbeifahren sammeln wir Raka und Aladre auf.

Die Skavier halten sich zurück was alte Geschichten angeht, aber sie kennen diese Stadt aus Feuer. Wir erhalten keine genauen Antworten, können uns aber zusammenreimen, dass die Stadt aus Feuer hinter den Nebelsümpfen am Feuermeer liegen muss. Passend.

Nach drei Tagen Reise setzen uns die Skavier im Dorf Barrelhaven. ab. Die Nebelsümpfe sind nun sehr nah. Aladre beschließt bei den Skaviern zu bleiben. Sie hat sich gut eingelebt. Auch Djashu scheint sich unter den ganzen Menschen hier sehr wohl zu fühlen. Im Dorf decken wir uns mir Vorräten ein und erkundigen uns nach dem besten Weg durch die Sümpfe. Es scheint jedoch als wäre es am sinnvollsten diese im Norden zu umgehen und sich nicht hineinzubegeben. Eine alte wunderliche Frau erzählt von der Stadt aus Feuer, die an einem Berg am Lavameer liegen soll. Wir wissen nicht genau, was wir davon halten sollen, bezeichnet sie doch Raka gleichzeitig als einen Dämon, aber wir haben auch keine bessere Spur.

Wir halten uns nördlich immer am Sunpf entlang, doch nie darauf zu. In einem Wäldchen treffen wir auf einige Tskrang. Schon wieder Piraten. Wir umgehen sie durch das Wäldchen und stoßen dabei eher durch Zufall auf ihr Versteck, als Acama in ein Erdloch einbricht. Das Loch führt über einen kleinen Gang in einen Raum in dem es nichts gibt, außer einer Tür und zwei Skeletten. Als Acama sich der Tür nähert, muss er feststellen, dass in den Skeletten noch mehr Leben steckt als uns lieb ist. Ein heftiger Kampf entbrennt, doch wir behalten gerade so die Oberhand. Hinter der Tür mit einem seltsamen Schlangenschloss finden wir einen wahren Schatz. Das Gold und Silber und auch die Tränke können wir sehr gut brauchen. So wird unserer Reise sehr viel einfacher sein.

Die Reise führt weiter am Sumpf entlang, dessen Nebelschleier sogar bis zu uns gelangen. Der Nebel ist wie eine riesige, nie endende Wand, durch die man nicht sehen kann. Es wird schwieriger voranzukommen und wir müssen etwas mehr Abstand halten. Dort treffen wir auf eine seltsam zusammengewürfelte Gruppe, die anscheinend direkt aus den Nebelsümpfen kommen. Wir lagern am Abend zusammen, denn obwohl wir einander nicht trauen erscheint es doch sicherer eventuelle Verbündete zu haben.

Am Morgen trennen sich unsere Wege wieder. Wir sehen bereits den Berg aufragen und gehen voller Zuversicht darauf zu. Wir müssen kleine Flüsse aus Lava überqueren und uns einen Weg durch das immer trostloser werdende Land suchen, doch schließlich sehen wir die Stadt des Feuers: Riesige Mauern mit seltsamen Runen bilden ein Halbrund, über das eine riesige, in der Sonne glitzernde Glaskuppel gebaut wurde, die jedoch an vielen Stellen eingebrochen zu sein scheint.

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Das Dritte Auge

Auf unserer Flucht in den Dschungel verlieren wir uns aus den Augen. Djashu und Acama ziehen sich erstmal weiter in das Dickicht zurück. Während Djashu auf einem Baum über unsere geretteten Sachen wacht, begibt sich Acama auf die Suche nach Raka. Zum Glück dauert es nicht lange bis er praktisch über sie stolpert. Bei ihr ist der Elf, der neben uns angekettet war.

Mit ihm zusammen fliehen wir durch den Dschungel. Unsere Waffen sind im Sturm verloren gegangen, aber es ist Raka gelungen unsere Rucksäcke mit den Elementen zu retten. Behelfen können wir uns nur mit den Waffen eines toten Tskrang, der vom Wind in einen der Bäume geschleudert wurde. Wir halten uns immer in der Nähe des Flusses, doch nie so nah, dass man uns von dort aus sehen könnte. Schließlich kommen wir zu einem Plantagendorf namens Mardokan. Die Bewohner des Dorfes sind erst skeptisch, stellen sich aber als sehr hilfsbereit heraus. Sie befreien uns von den Fesseln und weisen uns den Weg in die nächste Stadt. Doch wie soll es nun weitergehen? Wo finden wir das Dritte Auge von dem Urgul sprach?

Der Elf gibt uns neue Hoffnung. Er sagt, die Menschenfrau, die mit ihm angekettet war wäre so etwas wie eine Seherin. Genaues weiß er nicht, doch es gibt uns die Richtung vor. In Kawundschak, der nahen Stadt soll es einen Sklavenmarkt geben. Wenn die Menschenfrau es nicht geschafft hat, den Piraten zu entkommen, dann wird sie vielleicht dorthin gebracht. Wir werden sie befreien. Dann wird sich schon zeigen, ob sie diejenige mit dem Dritten Auge ist.

Namensgeber aller Art kommen in Kawundschak zusammen: Elfen, Zwerge, Menschen Orks. In der rasenden Wildsau werden wir von einer Trollwirtin bedient und von einem Windling mit Tanz und Musik unterhalten. Doch all der Trubel täuscht uns nicht darüber hinweg, dass hier Leben verkauft werden und unsere Leben beinahe unter ihnen gewesen wären.

Dort ist sie: Die Menschenfrau wird mit einigen anderen auf das Käfigpodest des Sklavenmarkts geführt. Wir haben uns in die Menschenmenge gemischt, warten auf den Richtigen Moment, um zuzuschlagen. Doch hier sind zu viele Wachen, wir müssen unsere Wut zügeln, wenn wir Erfolg haben wollen. Ein kleiner, dicklicher Zwerg in teurer Kleidung bekommt den Zuschlag und nimmt sie inmitten von Wachen mit. Jetzt ist er da der Moment. In den Gassen können wir die Frau befreien und verschwinden. Doch wir zögern zu lange und verpassen den guten Punkt für den Überfall.

Es bleibt uns nur, die Menschenfrau in der Nacht direkt aus dem Haus zu befreien. Der Elf ist noch immer an unserer Seite. Er möchte uns noch bei dieser Sache helfen, als Dank für seine Rettung. Seine Talente erweisen sich als sehr nützlich. Er ist sehr leise und geschlossene Türen scheinen für ihn kein Hindernis zu sein. In aller Stille durchsuchen wir das Haus. Zimmer für Zimmer. In einem Hinterzimmer im Erdgeschoss werden wir fündig. Dort schläft die Menschenfrau, bewacht von einem hart aussehenden Tskrangwächter. Zu unserem Glück schläft der Wächter und es gelingt die Menschenfrau zu befreien, ohne ihn aufzuwecken. Über die Pallisade der Stadt retten wir uns in die Freiheit, bevor unser Fehlen irgendjemand auffällt.

Aladre, die Menschenfrau, ist tatsächlich mit dem dritten Auge gesegnet. Als Dank für ihre Befreiung schenkt sie Djashu eine Vision: Eine Stadt aus Feuer. Schiffe aus Stein fahren über einen Fluss von rotglühender Lava. Menschen in weißen Gewändern und roten Tüchern kämpfen in einem brutalen Kampf mit dunklen Wesen ums Überleben. Wir habenwohl unser nächstes Ziel gefunden. In der Stadt des Feuers werden wir vermutlich ein Stück reinen elementaren Feuers bekommen, doch wo finden wir diese Stadt?

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Der Bund der Geisterwanderer

Erst am nächsten Tag wagen wir den Abstieg. Es kostet uns unser gutes Seil, doch wir alle kommen heil am Fuß des Wasserfalls an. Zitternd und frierend wandern wir dem großen Schlangenfluss unten im Tal entgegen, einzig der Mantel des Nähers bietet Djashu und Raka ein wenig Wärme. Wir laufen direkt über den gefrorenen Fluss. Hier liegt nicht ganz so viel Schnee.

Mit jedem Schritt nimmt der Schnee ein wenig ab. Jeder Meter den wir nach unten gehen wird es ein bischen wärmer. Wir können das draußen sein wieder genießen, können uns darüber freuen, dass wir es geschafft haben die Höhlen unter Throal zu überleben und ein Stück reines Wasser zu bekommen. Grinsend laufen wir weiter, freuen uns auf ein gutes Hurlg, ein richtiges Essen, über die Sonne die auf uns scheint. Da bricht unter uns das Eis.

Die eiskalte Strömung zieht uns mit sich unter das Eis. Hilflos werden wir unter Wasser vorangetrieben. Die Luft wird knapp. Prustend kommen wir an die Oberfläche, ringen nach Luft. Unsere Hände greifen ins leere, rutschen ab. Das Eis hält uns nicht, doch wie aus dem nichts ragt der Rumpf eines Schiffes vor uns auf. Tskrang Hände greifen nach den unseren. Wir werden gepackt und an Bord gezogen. Gerettet.

Doch die Gesichter, in die wir schauen, sind uns nicht freundlich gesinnt. Unser Dank wird nur mit gezogenen Waffen beantwortet. Sie trauen uns nicht und geben uns auch keine Möglichkeit uns zu erklären. Nicht das man das nicht gewöhnt wäre, doch glauben sie im Ernst wir würden ihnen Gewalt antun und ihnen als Dank für unsere Rettung den Schädel einschlagen? Wir werden nach unten ins Schiff gebracht und dort angekettet.

Langsam dämmert uns, an wen wir hier geraten sind. Es war keine Hilfsbereitschaft uns zu retten, es war die Gier. Heute kam ein älterer Tskrang zu uns, musterte uns und schaute ob wir brauchbar und stark sind. Wir sind nicht nur die Gefangenen dieser Tskrang, sie wollen uns als Sklaven verkaufen. Wir reißen an den Ketten, stämmen uns gegen den Balken, der uns festhält. Raka nutzt ihre Klaue, um das Holz um den Ring wegzukratzen. Bald sind wir am Ende unserer Kräfte, haben Schürfungen und verstauchte Glieder, doch ganz gleich was wir tun, unsere Ketten halten stand.

Mit jedem Versuch uns zu befreien sinkt unser Mut und unsere Zuversicht. Neben uns sind noch zwei weitere Angekettet, ein Elf und eine Menschenfrau. Ihr Schiff wurde von den Tskrang aufgebracht und der Großteil der Mannschaft getötet. Wir beratschlagen was wir tun und unternehmen mit dem Elfen einen weiteren Ausbruchversuch. Er tut so als sei ihm schlecht und will der Wache dabei die Schlüssel klauen, doch leider durchschaut der alte Tskrang den Trick und alles was der Elf erntet sind Schläge und Hunger.

Die Tage vergehen und unsere Kraft zerrinnt. Außen wird es immer wärmer, wir werden wohl nach Süden fahren, doch was macht das noch für einen Unterschied. Noch immer liegt unsere Ausrüstung nur wenige Meter vor uns festgezurrt auf einer Kiste. Ein ständiges Mahnmal unseres Erfolgs und Versagens. In unseren Rucksäcken befinden sich das reine Holz, die Erde und das Wasser, das unseren Stamm retten könnte und für das wir so viel auf uns genommen haben, und doch kommen wir nicht heran.

Eines Nachts haben wir alle den gleichen Traum. Nein kein Traum, vielmehr eine Vision. Urgul spricht zu uns, sagt uns wir haben den Weg verlassen und lassen uns Treiben wo wir doch ein klares Ziel vor Augen haben sollten. Nur gemeinsam können wir weiter gehen, dürfen uns nicht verlieren. Die Frau mit dem dritten Auge würde uns den weiteren Weg weisen.

Der Funke ist geweckt und uns allen wird schmerzlich bewusst, wie weit wir uns aufgegeben haben. Djashus Vorwürfe an uns brennen auf der Seele. Wir starken Orks haben uns aufgegeben und sie damit im Stich gelassen. Für einen kurzen Augenblick kehrt der Zweifel zurück, doch mit ihm kommt auch Überzeugung. Wir haben zusammen so viel durchgestanden, sind uns selbst in höchster Not bis zuletzt beigestanden. Wir gemeinsam können den Weg weitergehen egal was noch kommen mag.

Djashu zieht ihren Rubinring aus der Tasche. Über ihn und unser Blut sprechen wir einen Bund der Treue und Zusammengehörigkeit, versprechen stark zu sein und uns beizustehen. Von nun an soll man uns den Bund der Geisterwanderer nennen.

Ein Sturm zieht auf. Wellen schlagen gegen das Schiff, werfen es hin und her. Die Tskrang schreien und zetern doch es hilft ihnen nichts, denn die Geister eilen zu unserer Hilfe. Ein riesiger Geisterhafter Wal erwischt das Schiff mit seinem Schwanz teilt es in zwei Hälften. Unsere Ketten brechen und wir werden ins Wasser geschleudert als das Schiff zu sinken beginnt. Wir retten uns an Land und beobachten, wie auch die Tskrang voller Panik ins Wasser springen und ihr Schiff den Elementen überlassen. Noch immer tost der Wind und schäumt das Wasser. ein Adler kreist über uns mitten im Sturm. Wir nutzen die Gelegenheit und verschwinden im Dschungel.

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Der Ursprung des Wassers

Die Rucksäcke und Beutel werden so gut es geht festgezurrt. Wir halten uns aneinander fest, liegen möglichst ruhig im Wasser. Tsoch’krks Essenz umschließt uns und für einen kurzen Moment erschrecken wir, als Wasser in unsere Nasen und Münder strömt. Doch wir ertrinken nicht, wir können weiter atmen als wäre nichts geschehen.

Wie im Traum gleiten wir in der Blase durch das Wasser. Sie führt uns tief hinein in den Fluss, vorbei an Wäldern aus seltsamen Wasserpflanzen, durch Verengungen und Weiten, tief ins Dunkel des Berges. Wir sehen seltsame Fische und Wesen, die wie eine Mischung aus Fisch- und Menschenleib aussehen. Djashus Sinne leiten uns zum Ursprung des Wassers, einer Spalte im Fels, aus der bläuliche Kügelchen reinsten Wassers sprudeln. Djashu lenkt die Blase nah an die Spalte heran, streckt ihre Hand aus.

Die Blase platzt. Von einem Moment auf den anderen sind wir mitten im kalten Wasser, können nicht mehr atmen, ersticken. Panisch greifen Acama und Djashu nach den blauen Kügelschen. Acama bekommt eines zu fassen, doch ein Schwall Wasser treibt ihn von den anderen fort. Einer der Fischmenschen ist auf uns aufmerksam geworden und bleckt seine spitzen kleinen Zähne. Mit letzter Kraft schaffen wir es, wieder zueinander zu kommen und die zweite Blase um uns zu schließen.

Wieder trägt uns die Blase mit sich, zieht uns durch Strudel und Spalten immer weiter nach oben, bis wir schließlich Eisschollen über uns treiben sehen und uns das Wasser ausspeit. Wir landen auf dem Eis eines zugefrorenen, unterirdischen Flusses. Es ist eisig klat. Wir sind nass und erschöpft, doch wir dürfen nicht ruhen, müssen weiter. In der Nacht bietet Grickis Netz zumindest zwei von uns Zuflucht vor dem eisigen Boden. Nach Stunden des Wanderns erblicken wir Licht. Wir eilen darauf zu, bis wir den Ausgang erreichen. Der Anblick, der sich uns bietet ist atemberaubend. Im Licht der Abendsonne glitzern schneebedeckte Berghänge. Vor uns stürzt der Fluss als vereister Wasserfall 30 Schritt in die Tiefe und windet sich durch das Tal unter uns bis er am Horrizont schließlich in die halb vereiste Schlange mündet.

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