Ahnengeister

Der Ursprung des Wassers

Die Rucksäcke und Beutel werden so gut es geht festgezurrt. Wir halten uns aneinander fest, liegen möglichst ruhig im Wasser. Tsoch’krks Essenz umschließt uns und für einen kurzen Moment erschrecken wir, als Wasser in unsere Nasen und Münder strömt. Doch wir ertrinken nicht, wir können weiter atmen als wäre nichts geschehen.

Wie im Traum gleiten wir in der Blase durch das Wasser. Sie führt uns tief hinein in den Fluss, vorbei an Wäldern aus seltsamen Wasserpflanzen, durch Verengungen und Weiten, tief ins Dunkel des Berges. Wir sehen seltsame Fische und Wesen, die wie eine Mischung aus Fisch- und Menschenleib aussehen. Djashus Sinne leiten uns zum Ursprung des Wassers, einer Spalte im Fels, aus der bläuliche Kügelchen reinsten Wassers sprudeln. Djashu lenkt die Blase nah an die Spalte heran, streckt ihre Hand aus.

Die Blase platzt. Von einem Moment auf den anderen sind wir mitten im kalten Wasser, können nicht mehr atmen, ersticken. Panisch greifen Acama und Djashu nach den blauen Kügelschen. Acama bekommt eines zu fassen, doch ein Schwall Wasser treibt ihn von den anderen fort. Einer der Fischmenschen ist auf uns aufmerksam geworden und bleckt seine spitzen kleinen Zähne. Mit letzter Kraft schaffen wir es, wieder zueinander zu kommen und die zweite Blase um uns zu schließen.

Wieder trägt uns die Blase mit sich, zieht uns durch Strudel und Spalten immer weiter nach oben, bis wir schließlich Eisschollen über uns treiben sehen und uns das Wasser ausspeit. Wir landen auf dem Eis eines zugefrorenen, unterirdischen Flusses. Es ist eisig klat. Wir sind nass und erschöpft, doch wir dürfen nicht ruhen, müssen weiter. In der Nacht bietet Grickis Netz zumindest zwei von uns Zuflucht vor dem eisigen Boden. Nach Stunden des Wanderns erblicken wir Licht. Wir eilen darauf zu, bis wir den Ausgang erreichen. Der Anblick, der sich uns bietet ist atemberaubend. Im Licht der Abendsonne glitzern schneebedeckte Berghänge. Vor uns stürzt der Fluss als vereister Wasserfall 30 Schritt in die Tiefe und windet sich durch das Tal unter uns bis er am Horrizont schließlich in die halb vereiste Schlange mündet.

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Bartimaeus

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